Ladungssicherung und Transportschutz: 5 Schritte zur sicheren Lieferung
Ein Auto kaufen Sie doch auch nicht ohne Sicherheitsgurt, oder? Dürften Sie auch gar nicht.
Ähnlich ist es bei der Ladungssicherung. Wirkt erst mal wie ein komischer Vergleich, aber es sind doch einige Parallelen zu erkennen.
Unsachgemäß gesicherte Ladung verursacht jedes Jahr tausende Unfälle mit Sachschäden in dreistelliger Millionenhöhe. (VDI)
Neue Richtlinien, die seit 2024 gelten, dienen hierbei höheren Standards bei der Ladungssicherung.
Die Ladungssicherung ist dabei der Sicherheitsgurt für Ihre Güter. Die beste Verpackung nützt nichts, wenn die Kiste beim Transport unzureichend gesichert ist. Güter durchlaufen oft lange Transporte auf Lkw, Schiff und Bahn, mit Erschütterungen, Bremsmanövern und Seegang. Unsachgemäß gesicherte Ladungen können verrutschen oder umstürzen. Schätzungen zufolge ist sogar etwa jeder fünfte Lkw-Unfall auf unzureichende Ladungssicherung zurückzuführen.
Sie sehen, Ladungssicherung ist das A und O. Damit die verpackten Teile eine feste Einheit bilden und sich nicht bewegen können, müssen bereits beim Verpackungsmaterial, dem Aufbau und der Beschriftung die richtigen Vorkehrungen getroffen werden.
Diese Punkte sind ein bekanntes Problem oder bei Ihnen fehlt die Expertise für diese Vorgänge?! Dann sind wir der richtige Partner für Ihre Verpackungsaufträge. Aber lassen Sie uns zuerst einmal erklären, was der EVS-5-Punkte-Plan aussagt.
Der EVS-Fünf-Punkte-Plan zeigt, wie eine fachgerechte Verpackung und ein sicherer Versand ablaufen sollten. Diese fünf Schritte sind bei uns Standard und helfen, Ihre Güter unbeschadet ans Ziel zu bringen.
1. Ware verpacken
Jedes Produkt benötigt eine passende Umverpackung, die es von allen Seiten vor Stößen, Vibrationen und Druck schützt. Wir setzen hier auf stabile Holzgestelle und -kisten mit Polsterung. Bei großen Gütern wird jede Kiste individuell konzipiert. Dazu gehören die Außenhaut der Kiste, wie Abdeckhauben, Deckel und Seitenwände oben und unten, welche die Güter vor Beschädigungen durch Druck oder Spritzwasser schützen.
2. Güter palettieren
Wo immer möglich, sollten einzelne Packstücke auf eine Palette gesetzt und zu einer Ladeeinheit zusammengefügt werden. Paletten (aus Holz, Kunststoff oder Karton) ermöglichen den einfachen Transport per Gabelstapler und sorgen mit ihren Normmaßen für eine stabile Stapelung. Eine vollflächig belegte Palette nutzt den Laderaum optimal aus und erhöht die Kippsicherheit, weil kein Leerraum bleibt. Für sehr große Objekte, die direkt in Kisten verpackt sind, übernimmt die Kiste selbst die Paletten-Funktion – mit integrierten Kufen als Unterbau. So entsteht in jedem Fall eine robuste, stapel- und transportfähige Einheit.
3. Kanten schützen
Ecken und Kanten gestapelter Waren sind besonders anfällig für Schäden durch Druck oder Stoß. Hier kommen Kantenschutzwinkel zum Einsatz. Sie werden an den Kanten der Kisten angelegt. Der Kantenschutz dient oft nur zum Schutz beim Heben durch Ketten oder Seile. Damit diese nicht in das Holz einschneiden und der Druck dadurch verteilt werden kann. Die innen angebrachten Deckelhölzer bringen zusätzliche Stabilität und schützen vor dem Einbrechen der Kiste beim Heben.
4. Ladung umreifen
Mit Umreifungsbändern wird die Palette oder Kiste fest verzurrt. Die Bänder – je nach Anforderung aus PP-Kunststoff, reißfestem PET (Polyester) oder Stahl – halten die Ladeeinheit zusammen, sodass nichts verrutschen oder auseinanderfallen kann. Selbst schwere Güter bleiben so auf der Palette fixiert. Gleichzeitig lässt sich die Ladung nicht unbemerkt öffnen: Ein durchtrenntes Umreifungsband würde sofort auffallen. Heute gibt es sogar nachhaltige Bänder aus recyceltem Material oder Papier für verschiedene Einsatzzwecke. Wichtig ist, für jedes Gewicht das geeignete Bandmaterial und die richtige Anzahl an Gurten zu wählen. So ist sichergestellt, dass die Ware selbst bei abrupten Manövern an Ort und Stelle bleibt.
5. Palette einstretchen (Wickeln)
Zum Abschluss wird die gesamte Ladeeinheit mit Stretchfolie umwickelt, um zu verhindern, dass sich Alu- oder Polyfolie verschieben und die Bildung von Wassersäcken minimiert wird. Die elastische Folie – per Hand oder Maschine gewickelt – schmiegt sich eng um die Ladung und verbindet alle Teile zu einem festen Verbund. Vor allem bei leichter Ware nutzen wir diese Methodik. So können auch lose oder leichte Einzelteile nicht mehr verrutschen. Gleichzeitig schützt die Folie vor Abrieb, Staub und Feuchtigkeit. Für zusätzlichen Schutz kann man Folienhauben überziehen oder Schrumpffolie verwenden, die durch Erwärmen einen noch festeren Halt bietet. Das Einstretchen ist in Europa eine gängige Methode, um palettierte Ware für den Transport zu stabilisieren und gegen Witterungseinflüsse zu sichern. Besonders in der VWT wird es gerne genutzt.
Zusätzliche Maßnahmen bei Seetransporten
Für Überseetransporte im Container reicht die Sicherung der Ware auf der Palette nicht aus – hier muss die Palette oder Kiste im Container selbst noch einmal fixiert werden. Wir haben dafür ebenfalls ein System entwickelt, welches Platz und Zeit beim Beladen einspart. (LINK) Bewährt hat sich z. B. das Verzurren mit Gurten an den in Containern vorhandenen Ösen. Auch Holzverkeilungen oder -balken, die am Containerboden festgesetzt werden, verhindern ein Verrutschen oder Kippen schwerer Kisten. Auf Wunsch füllen wir Hohlräume mit aufblasbaren Staupolstern (Luftkissen) aus, die zwischen den Packstücken platziert werden. Zusätzlich kann die Verpackung mit Kipp- oder Stoßindikatoren versehen werden – das sind kleine Aufkleber, die anzeigen, falls ein Container unsachgemäß geneigt oder heftig erschüttert wurde. Solche Indikatoren bieten zwar keinen physischen Schutz, erhöhen aber die Transparenz und motivieren alle Beteiligten, sorgsamer mit der Ladung umzugehen.
Was lässt sich aus dem 5-Punkte-Plan ableiten?
Die Kiste oder die Palette alleine reichen nicht aus, um in der Exportverpackung einen sicheren Versand zu gewährleisten, es bedarf eines mehrstufigen Sicherungssystems.
Die fünf beschriebenen Schritte – vom Verpacken über das Palettieren bis zum Einstretchen – bilden hierbei einen Leitfaden. Mit der Ladungssicherung sinkt das Schadensrisiko für Ihre Ware erheblich. Zusätzlich lässt sich im Fall eines Schadens, gegenüber der Versicherung und dem Kunden nachweisen, dass alles Notwendige für den Schutz der Ladung getan wurde (verkehrssichere Verladung nach gesetzlichen Vorgaben). Klingt das für Sie nach zu viel Arbeit oder ist es schlicht und ergreifend nicht machbar, dann melden Sie sich bei uns.



